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Das Gesichtsfeld gibt an, was Tiere mit den Augen wahrnehmen können, ohne den Kopf zu bewegen. Von entscheidender Bedeutung für das Gesichtsfeld ist die Stellung der Augen am Kopf.
Raubtiere, wie zum Beispiel Luchs oder Leopard, Adler und Steinkauz sind wie wir Menschen mehr nach vorne orientiert. Ihr Gesichtsfeld ist auf etwa 180 Grad begrenzt. Aufgrund dieser Augenstellung parallel vorn am Kopf können sie gut in die Ferne sehen, räumliche Abstände einschätzen und verfügen über ein großes beidäugiges (binokulares) Gesichtsfeld. Es ist die sogenannte "Jägerperspektive".
Ihnen droht weniger Gefahr von hinten, aber sie müssen Beutetiere und die Entfernung zu ihnen sehr gut erkennen können, weil dies für ein erfolgreiches Jagen ausschlaggebend ist.
Bei Beutetieren sind die Augen zur Seite gerichtet. Bei einem Hahn zum Beispiel stehen die Augen seitlich am Kopf fast einander abgewandt gegenüber. Das ist die "Beuteperspektive". Tiere mit seitlich stehenden Augen können beinahe die gesamte Umgebung auf einmal im Blick halten und Gefahren aus allen Richtungen rechtzeitig erkennen. Auf Kosten des beidäugigen räumlichen Sehens haben sie ein wesentlich größeres Gesichtsfeld.
So können Rehe auch schräg von hinten anschleichende Raubtiere entdecken, ohne den Kopf wenden zu müssen. Ihr Blickfeld umfasst etwa 300 Grad. Hase und Waldschnepfe können sogar ohne Kopfbewegung den vollen Gesichtskreis von 360 Grad erfassen.
Eine ganz andere Lösung für ein möglichst großes Gesichtsfeld zeigt die Schnecke. Ihre Augen scheinen ziemlich ungeschützt und weit weg vom Körper zu liegen. Der Vorteil dieser Teleskopaugen ist, dass die Schnecke sie ausfahren und damit alle Richtungen absuchen kann, um sich im Raum zu orientieren. Wenn Gefahr droht, zieht sie ihre Augen blitzschnell ein und schützt sie, indem sie sie komplett im Körper verbirgt.
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