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Wer aus dem Tageslicht in einen dunklen Raum kommt, sieht zunächst einmal überhaupt nichts. Nach und nach werden Schemen erkennbar und irgendwann kann man sich sogar bewegen. Immer mehr Dinge treten aus dem Dunkel. Und wer aus dem dunklen Raum zurück ins helle Tageslicht tritt, sieht zunächst auch gar nichts und kneift die Augen zu. Allerdings gewöhnen sich die Augen jetzt viel schneller an die neuen Lichtverhältnisse.
Diese Fähigkeit des menschlichen Auges, sich an unterschiedliche Lichtverhältnisse anzupassen, wird Hell-/Dunkeladaptation genannt. Sie beruht auf einer Änderung der Pupillenweite und dem Wechsel von Zapfen- auf Stäbchensehen.
Wenn wir aus dem Hellen ins Dunkle kommen, passen sich zunächst die für das Farbsehen zuständigen Zapfen an. Nach etwa drei bis vier Minuten haben sie ihre maximale Empfindlichkeit erreicht. Dann passiert eine Weile lang nichts, bis die viel empfindlicheren Stäbchen ins Spiel kommen. Stäbchen sind spezialisiert auf die Wahrnehmung von Hell und Dunkel. Sie helfen uns, Kontraste und Linien zu erkennen, auch bei wenig Licht. Je länger wir im Dunkeln bleiben, desto besser passen sie sich an. Erst nach einer knappen halben Stunde haben sie ihre volle Leistungsfähigkeit erreicht.
Bei längerem Verweilen in einer hellen Umgebung bewirken chemische Prozesse eine Verstärkung des Zäpfchensehens. Dieser Vorgang wird als Licht- oder Helladaptation bezeichnet und erfolgt wesentlich schneller als die Dunkeladaptation.
Die Fähigkeit des menschlichen Auges, wahrgenommenes Licht nicht nur nach seiner Intensität, sondern auch nach der Wellenlänge farbig zu bewerten, wird als Farbsinn bezeichnet. Aus der Bandbreite elektromagnetischer Wellen können wir Menschen "nur" das farbige Licht (400 bis 750 Nanometer) wahrnehmen, nicht aber die benachbarten Ultraviolett- und Infrarotwellen.
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Gesichtsfeld für die einzelnen Farben
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Für das Erkennen von unterschiedlichen Farben und Farbnuancen sind die rund 6 Millionen auf der Netzhaut liegenden Zapfen verantwortlich. Es gibt drei Zapfentypen Blau- , Grün- und Rot-Zapfen, die jeweils auf eine der drei Spektralfarben (Rot, Gelb, Blau) reagieren. Aus den Reaktionen dieser drei Typen von Lichtempfängern erschließt sich uns die ganze Welt der Farben. Im Dunklen nützen sie uns nichts, denn schwaches Licht reicht nicht aus, die Zapfen zu stimulieren.
Wenn die farbempfindlichen Lichtempfänger in der Netzhaut längere Zeit dieselbe Farbe wahrnehmen, dann werden sie mit der Zeit unempfindlicher. Sie passen sich der Dauerbelastung an, und das führt dazu, dass wir die entsprechende Farbe immer weniger deutlich wahrnehmen. Wenn wir zum Beispiel eine Sonnenbrille mit einem Farbstich tragen, sieht die Welt nach einiger Zeit wieder völlig normal aus, weil sich die Augen an die Farbe gewöhnt haben und sie gar nicht mehr registrieren. Diesen Vorgang nennt man Farbadaption.
Farben wecken Gefühle, sofort und unmittelbar, oft ohne dass wir es bemerken. Sie können uns beruhigen, mit Freude erfüllen oder aggressiv machen. Ein und dasselbe Bild kann heiter oder düster wirken, je nachdem, ob es bunt ist oder schwarz-weiß.
Den Farben werden Gefühlswerte und psychische Empfindungen zugeordnet:
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Aufreizend, beunruhigend, nah, warme Temperaturwirkung
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Anregend, nah, sehr warme Temperaturwirkung
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Beruhigend, entfernt, neutrale bis kalte Temperaturwirkung
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Beruhigend, entfernt, sehr kalte Temperaturwirkung
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Sie kann im Laufe des Lebens erworben werden, ist in den meisten Fällen aber angeboren. Mit 8 Prozent ist die vererbte Farbenfehlsichtigkeit bei Männern wesentlich häufiger anzutreffen als bei Frauen (unter ein Prozent). Wenn eine Farbenfehlsichtigkeit vorliegt, sind immer beide Augen betroffen.
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Farbtest
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Menschen, denen eines der drei Zapfenpigmente fehlt, sind nicht vollständig farbenblind. Auch mit zwei Zapfensystemen ist eine Farbwahrnehmung möglich. Man unterscheidet Rot-, Grün- und Blaublindheit. Rot-Grün-Blinde können z.B. rote Erdbeeren schlecht von den sie umgebenden grünen Blättern unterscheiden. Von praktischer Bedeutung ist diese Farbblindheit vor allem im Straßenverkehr. Dabei liegt die größte Gefahr nicht im Verwechseln von Rot und Grün, weil die Position der Lichter an Ampeln und Signalen ein zusätzliches Erkennungsmerkmal bietet. Vielmehr ergeben sich gefährliche Situationen daraus, dass ganz allgemein rote Signale vermindert wahrgenommen oder bei schlechter Sicht (z.B. verschmutztes rotes Rücklicht) vollständig übersehen werden.
Vollständig farbenblind sind nur die Menschen, bei denen im typischen Falle alle Zapfenpigmente fehlen. Sie können lediglich Helligkeitsunterschiede wahrnehmen.
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