Welche operativen Möglichkeiten zur Korrektur der Fehlsichtigkeit gibt es?

Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus können durch nachfolgende Operationen verringert bzw. ganz ausgeglichen werden. Die meisten Eingriffe erfolgen bisher zur Korrektur der Kurzsichtigkeit.

 

Das Einsetzen einer intraokularen Kunstlinse (“Brille im Auge”)

Bei diesem Eingriff wird eine spezielle künstliche Linse in Ihr Auge implantiert. Dieser Eingriff wird meist zur Korrektur extremer Kurzsichtigkeit durchgeführt. Ihre natürliche Linse wird im Auge belassen. Die implantierte Linse wirkt ähnlich wie eine Brille oder Kontaktlinsen als permanente Sehkorrektur. Folgender Nachteil dieser Methode sollte bedacht werden: Falls sich Ihre Dioptrienwerte verändern und Sie weiterhin keine Brille oder Kontaktlinsen verwenden wollen, müssten Sie sich eventuell einer erneuten Operation unterziehen. Auch wird im Alter eine mögliche Operation des Grauen Stars schwieriger, da erst die implantierte Linse entfernt werden muss. Als mögliche Nebenwirkungen dieser Korrekturform sind u. a. die Entstehung eines Glaukoms oder eines Grauen Stars zu nennen.

Das Einsetzen von Ringsegmenten (Intacs™) in die Hornhaut

Bei dieser Operation werden zwei Ringsegmente in Ihre Hornhaut eingesetzt. Durch die ausgeübtenSpannungskräfte soll der Brechungsfehler korrigiert werden. Dieser Eingriff eignet sich zur Korrektur niedriger bis mittlerer Myopie (-1 bis -5 Dioptrien) ohne wesentlichen Astigmatismus. Als eine Nebenwirkung kommt es in nahezu allen Fällen zu Ablagerungen in den Ringkanälen. Falls dieser Eingriff nicht zu dem erwünschten Erfolg führt oder sonstige Probleme auftreten, können die Ringsegmente wieder entfernt werden.

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Der Austausch der natürlichen Linse gegen eine Intraokularlinse (Clear Lens Extraction“)

Bei dieser Operation ersetzt der Augenarzt Ihre natürliche Linse durch eine Intraokularlinse, wobei diese so berechnet ist, dass Ihr ursprünglicher Sehfehler weitgehend korrigiert wird. Auch dieser Eingriff wird überwiegend zur Korrektur hoher Kurzsichtigkeit durchgeführt. In der Regel wird dabei die Kunstlinse in die natürliche Linsenkapsel implantiert. Wie bei jeder Operation kann es auch bei diesem Eingriff zu Zwischenfällen kommen, wie z. B. Blutungen, Infektionen oder Reaktionen im Zusammenhang mit der Linsenimplantation. Auch über Netzhautablösungen wurde berichtet.

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Die Photorefraktive Keratektomie (PRK)

Bei diesem Eingriff wird mit einem Excimer Laser Gewebe von der Hornhaut abgetragen. Das Zentrum der Hornhaut ist ca. 0,5 mm, ihr Rand ca. 1 mm dick. Mit dem Laser wird nach vorheriger Berechnung ein bestimmter Anteil (um 0,1 mm) der zentralen Hornhaut abgetragen, um die Brechkraft zu verändern. Die PRK ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Korrektur der Kurzsichtigkeit bis ca. -6 Dioptrien und des Astigmatismus bis ca. 3 Dioptrien. Nachteile der PRK sind:


  • langsame Heilung,
  • nach der Operation haben Sie zum Teil deutliche Schmerzen,
  • Sie kann zu kleinen Trübungen der Hornhaut führen, die langwierig sind und behandelt werden müssen (corneal haze)

Die »Laser in situ Keratomileusis« (LASIK)

Bei dieser Methode wird Gewebe aus dem inneren Teil der Hornhaut abgetragen. Zunächst wird mit einem speziellen Gerät ein dünnes Scheibchen der Hornhaut teilweise abgetrennt und wie ein Deckel nach oben geklappt. Dann wird im Inneren der Hornhaut mit einem Excimer Laser Gewebe abgetragen. Anschließend wird das Hornhautscheibchen wieder zurückgeklappt und angedrückt. Es saugt sich von selbst fest, d. h. es muss nicht angenäht werden. Die LASIK ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Korrektur der Kurzsichtigkeit bis ca. -10 Dioptrien und eines Astigmatismus bis ca. 3 Dioptrien. In einigen Zentren wird es auch zur Korrektur der Weitsichtigkeit bis +4 Dioptrien angewandt. Vorteile der LASIK gegenüber der PRK sind:


  • Die Oberfläche der Hornhaut bleibt intakt.
  • Die Narbenbildung ist deutlich geringer.
  • Nach der Operation haben Sie in der Regel keine Schmerzen.

Der Großteil der Eingriffe zur Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels Excimer Laser wird inzwischen mittels LASIK durchgeführt.

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Die LASIK wird ambulant durchgeführt, d. h. Sie können am gleichen Tag wieder nach Hause gehen. Vor der Operation können Sie eine Beruhigungstablette und eine Schmerztablette erhalten. Das zu operierende Auge wird mit Tropfen betäubt. Die Operation dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel völlig schmerzfrei. Kurz nach der Operation werden Sie nochmals untersucht und Ihr Auge wird mit einem durchsichtigen Verband abgedeckt. Dieser Verband kann am Tag nach der Operation bereits direkt nach dem Aufstehen entfernt werden. Unbedingt sollten Sie einige wichtige Verhaltensregeln berücksichtigen, die Sie im Kapitel »Tipps für eine schnelle Heilung« finden. Ihr Arzt wird Ihnen Augentropfen verschreiben, um die Heilung und Ihr Wohlbefinden zu unterstützen. In den ersten Stunden nach der Operation tränt Ihr Auge und es kann ein (erhebliches) Fremdkörpergefühl(»Sandkörner im Auge«) entstehen. Das Sehen ist verschwommen. Bei starken Schmerzen suchen Sie bitte sofort Ihren Augenarzt auf! Bereits am Tag nach der LASIK wird zumeist ein annähernd normales Sehvermögen erreicht. In den ersten zwei Wochen kommt es noch zu leichten Änderungen des Sehvermögens. Eine endgültige Stabilisierung wird zumeist erst nach 4 bis 6 Wochen erreicht. Daher ist nach diesem Zeitraum nochmals eine Nachuntersuchung vorgesehen. Es ist möglich, dass nach Monaten oder Jahren die Fehlsichtigkeit wieder leicht zunimmt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass die Fehlsichtigkeit nicht in allen Fällen vollständig korrigiert werden kann. Grundsätzlich gilt, dass die Chancen, nach der Operation keine Fernbrille mehr zu benötigen, um so größer sind, je geringer die Fehlsichtigkeit vor Durchführung der LASIK war. Völlige Unabhängigkeit von einer Fernbrille kann nicht garantiert werden. Sogar wenn Sie keine Fernbrille mehr benötigen, sollten Sie davon ausgehen, dass Sie ab dem 45. Lebensjahr – wie jeder Normalsichtige – eine Lesebrille benötigen.

 

Welche Probleme können nach der LASIK auftreten?



  • Besteht eine beidseitige Fehlsichtigkeit, kann es nach der Operation des ersten Auges bis zum Zeitpunkt der Operation des zweiten Auges durch die Ungleichheit beider Augen zu Problemen des beidäugigen Sehens kommen. Es können Doppelbilder sowie Schwindel und Gleichgewichtsstörungen auftreten. Diese Probleme verschwinden nach der Operation des zweiten Auges. Inzwischen gibt es viele Zentren, die die beidseitige Fehlsichtigkeit mit einem Eingriff, d. h. in einer Sitzung, korrigieren.
  • Beim Vorliegen von rheumatischen Erkrankungen kann es zu Heilungsverzögerungen kommen. Engmaschige Kontrollen durch Ihren Augenarzt sind unerlässlich.
  • Bei Dämmerung und Dunkelheit, wenn die Pupille weit wird, kann es zu vermehrter Blendung und zur Wahrnehmung von Lichthöfen (Halos) und Doppelkonturen kommen. Insbesondere bei nächtlichen Autofahrten kann dies zu Problemen führen. In der Regel treten diese Veränderungen nur nach Behandlung der Kurzsichtigkeit über –5 Dioptrien und nach Behandlung der Weitsichtigkeit auf.
  • In seltenen Fällen kann es bis zu einige Tage nach der LASIK, z. B. durch Reiben des Auges, zu einer Verschiebung des Hornhautdeckelchens kommen. Dies macht eine erneute Positionierung des Hornhautdeckelchens erforderlich.
  • Als weitere seltene Komplikation, die u. U. auch erst 4-6 Wochen nach der LASIK erkennbar ist, gilt das Einwachsen der oberflächlichen Hornhautschicht (Epithel) unter das Hornhautdeckelchen. Dieses Epithel muss durch eine Operation entfernt werden.
  • Beim Lasereingriff ist in wenigen Fällen eine Verschiebung der Behandlungszone im Bezug zur Pupillenmitte (Dezentrierung) beschrieben worden. Diese Dezentrierung kann zu einer vermehrten Blendungsempfindlichkeit und zur Wahrnehmung von Doppelkonturen führen.
  • In sehr seltenen Fällen kann eine zu starke Abtragung der Hornhaut zu einer Vorwölbung (Keratektasie) und deutlicher Sehverschlechterung oder auch zu einer Infektion mit Narbenbildung führen. In Ausnahmefällen kann hier sogar eine Hornhauttransplantation notwendig werden.

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Für wen ist eine LASIK geeignet?

Die überwiegende Mehrzahl aller Fehlsichtigkeiten kann mit der LASIK behandelt werden. Grundsätzlich gilt, dass die LASIK umso erfolgreicher ist, je geringer die entsprechende Fehlsichtigkeit. Sollte (in wenigen Fällen) die Kurzsichtigkeit nicht vollständig korrigiert sein, so ist jederzeit eine Nachoperation möglich. Bei höherer Kurzsichtigkeit nimmt der Erfolg der LASIK ab und es kann zu einer gewissen Verschlechterung des Sehvermögens bei Dämmerung und Nacht kommen. Ob diese Nebenwirkungen auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, hängt von der Dicke Ihrer Hornhaut, vom Durchmesser Ihrer Pupille im Dunklen und von der Stärke der Kurzsichtigkeit ab. Eine individuelle Beratung ist erst nach einer ausführlichen Untersuchung möglich. Bei Kurzsichtigkeit über -10 dpt werden die Nebenwirkungen bei Dämmerung und Nacht in der Regel so stark, dass andere Behandlungsmethoden wie z. B. intraokulare Linsen in Betracht gezogen werden sollten. Bei der Behandlung der Weitsichtigkeit (Hyperopie) ist die Genauigkeit geringer als bei der Kurzsichtigkeit. Bis ca. +3 dpt wird nach LASIK normalerweise keine Beeinträchtigung des Sehvermögens beobachtet und in den meisten Fällen ist eine Fernbrille nicht mehr erforderlich. Wie bei Kurzsichtigkeit ist bei Bedarf jederzeit eine Nachoperation möglich. Ebenfalls behandelbar ist die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Sie tritt meistens in Verbindung mit Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit auf und wird häufig auch zusammen mit diesen behandelt. Ungeeignet sind grundsätzlich Patienten mit chronisch fortschreitenden Hornhauterkrankungen, Patienten vor dem 18. Lebensjahr, Patienten mit noch nicht stabiler Fehlsichtigkeit, grauem Star (Katarakt), grünem Star (Glaukom) und gewissen Netzhauterkrankungen. Außerdem ist die LASIK nicht zur Korrektur der Alterssichtigkeit geeignet.


  • Die Fehlsichtigkeit sollte stabil sein.
  • Der Patient sollte mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Es sollten keine Augenkrankheiten (z. B. Grauer oder Grüner Star) vorliegen.
  • Grunderkrankungen wie z. B. Rheuma können gegen eine Operation sprechen.
  • Medikamente, die Einfluss auf die Heilung der Hornhaut haben könnten, dürfen nicht eingenommen werden.
  • Von einer Behandlung während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte abgesehen werden.
  • Bei Allergikern sollte die Operation in die allergiefreie Zeit gelegt werden.

Tipps für eine schnelle Heilung


  • Wenden Sie die verordneten Augentropfen regelmäßig an.·Reiben Sie in den ersten Tagen nach der Operation nicht am Auge.
  • Achten Sie darauf, dass beim Waschen oder Duschen kein Wasser in das operierte Auge gerät.
  • Schminken Sie sich in der ersten Woche nicht am Auge. ·Vermeiden Sie schwere körperliche Anstrengungen bis auf Weiteres.
  • Schwimmen und Saunagänge sollten Sie unterlassen, bis Ihr Augenarzt es Ihnen wieder gestattet.
  • Erst nachdem der Eingriff an beiden Augen erfolgreich durchgeführt wurde und Ihr Augenarzt es Ihnen ausdrücklich erlaubt, sollten Sie wieder Autofahren.
  • Sollten Sie sich in den ersten Tagen stark geblendet fühlen, tragen Sie eine Sonnenbrille.
  • Informieren Sie Ihren Augenarzt darüber, wenn Sie an einer rheumatischen Erkrankung leiden.

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