| |
Neben dem Gesichtsfeld bestimmt die Sehschärfe, wie Lebewesen ihre Umwelt wahrnehmen. Sie wird hauptsächlich von der Qualität der optischen Abbildung auf der Netzhaut und von deren Auflösungsvermögen festgelegt, aber auch vom Kontrast und den Verarbeitungsprozessen im Gehirn.
Greifvögel müssen kleine Beutetiere aus großer Höhe erkennen können. Falken und Adler erreichen eine zwei bis sechsmal bessere Sehschärfe als Säugetiere und können eine Maus aus einer Höhe von bis zu 400 Metern erspähen. Sie verfügen über eine höhere Dichte von Sehzellen auf der Netzhaut. Ihr speziell geformtes Auge vergrößert den zentralen Teil des Gesichtsfeldes wie ein Fernrohr bis zum Zweieinhalbfachen.
Auch bei der Bewegungssehschärfe zählen die Vögel zu den Spezialisten. Menschen können pro Sekunde 18 bis 24 Einzelbilder wahrnehmen. Damit kommen Greifvögel nicht aus. Sie müssen auch sehr schnelle Bewegungen scharf sehen können. Baumfalken fixieren im Flug bei bis zu 200 km/h schnell fliegende Beutetiere optisch genau und können sie so erbeuten. Pro Sekunde nehmen sie bis zu 150 Einzelbilder wahr.
Auch Insekten, die sich sehr schnell im Raum bewegen, benötigen eine genauere zeitliche Auflösung als Menschen. Wollte man einer Biene einen Film aus Einzelbildern zeigen, müsste man etwa 150 bis 200 Bilder pro Sekunde verwenden. Unser Fernsehen mit seiner Bildwiederholungsfrequenz von 72 Bildern pro Sekunde ist daher für eine Biene wie eine Diashow.
|
|
|