Weitere Kopfschmerzarten

05 Clusterkopfschmerz

Als Cluster-Kopfschmerz werden schwerste Schmerzattacken bezeichnet, die periodisch gehäuft auftreten (cluster, engl. = Anhäufung). Der Cluster-Kopfschmerz tritt überwiegend bei Männern auf (Verhältnis Männer / Frauen = 4:1).

 

Schmerzlokalisation und Charakteristik
Streng halbseitige Schmerzen im Augen-, Stirn- und/oder Schläfenbereich, stark bis unerträglich, stechend, bohrend.

 

Häufigkeit und Dauer
1-3 Episoden/Jahr, über 2-6 Wochen, von 1 Attacke jeden zweiten Tag bis zu 8 Attacken pro Tag, Attackendauer von 30 bis 90 Minuten
Zeitpunkt
häufig gleiche Uhrzeit, meist nachts
Auslöser
Alkohol, Nikotin, blendendes Licht
Begleitsymptome
Rötung des Auges, hängendes Lid, Pupillenverengung, Tränenfluss, Gesichtsschwitzen- und röte, Verstopfung des Nasenlochs oder vermehrtes Nasenlaufen in der betroffenen Gesichtshälfte
Behandlung
Inhalation von 100prozentigem Sauerstoff
(7 Liter pro Minute), Xylocain (lokal intranasal), Dihydroergotamin (subkutan, d. h. unter die Haut), Sumatriptan (subkutan), Zolmitriptan Nasenspray, Verapamil, Lithium


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09 Medikamentenkopfschmerz

Kopfschmerzen können auch durch bestimmte Medikamente, z. B. Nitrate, Calciumantagonisten, Diuretika, orale Kontrazeptiva („Pille“) hervorgerufen werden. Auch eine sehr häufige bzw. chronische Einnahme von Kopfschmerzmitteln kann zu einem Dauerkopfschmerz führen

Schmerzlokalisation und Charakteristik
Schmerzen meist im gesamten Kopfbereich, dumpf-drückender oder pulsierend-stechender Charakter, Frauen sind stärker als Männer betroffen.

Häufigkeit und Dauer
ganztags
Zeitpunkt
schon morgens einsetzend
Auslöser
Nifedipin, Nitroglycerin, Cimetidin, dauerhafte Einnahme von
Schmerzmitteln (Analgetika)
Begleitsymptome
Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Konzentrations- und Schlafstörungen, Müdigkeit, graue Gesichtsfarbe, Nierenerkrankungen, Blutarmut
Behandlung
verursachende Medikamente, wenn möglich, absetzen,
stationäre Entziehungskur

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04 Arteriitis

Die Arteriitis temporalis, eine Entzündung der Schläfenarterien, ist eine typische Erkrankung von älteren Menschen. Meistens tritt sie jenseits des 50. Lebensjahres zum ersten Mal auf, Frauen sind stärker betroffen. Ein frühes Anzeichen sind bei einigen Patienten Schmerzen beim Kauen oder Sprechen. Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute ungeklärt, vermutet wird eine Auto-Immun-Erkrankung (d. h. der Körper setzt sein Immunsystem gegen eigene Organe / Strukturen in Gang und bekämpft sich damit selbst als "Fremdkörper").

Schmerzlokalisation und Charakteristik
Heftige Kopf- und Gesichtsschmerzen, oftmals dumpf, drückend, aber auch pochend möglich, meist zu Beginn einseitig, später beidseitig im Schläfen- und Stirnbereich, anfangs noch zwischenzeitlich nachlassend, später andauernde Schmerzen.

Häufigkeit und Dauer
Wochen bis Monate
Zeitpunkt
tagsüber, nachts
Auslöser
unbekannt
Begleitsymptome
Sehstörungen, Überempfindlichkeit der Kopfhaut, Schmerzen beim Kauen und Sprechen, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Fieber, Gelenkschmerzen
Behandlung
Cortisontherapie (Prednison)

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03 Trigeminusneuralgie

Schmerzen, die sich bestimmten Nerven zuordnen lassen, werden als Neuralgie bezeichnet. Bei der Trigeminusneuralgie ist der Gesichtsnerv (Nervus trigeminus) betroffen. Bei der idiopathischen Trigeminusneuralgie kann keine Ursache für die Neuralgie gefunden werden. Die symptomatische Trigeminusneuralgie tritt bei Erkrankungen des Auges (z. B. Grüner Star), der Zähne, der Ohren, bei Nasennebenhöhlenentzündungen, Gehirntumoren usw. auf.

Schmerzlokalisation und Charakteristik
Oftmals einseitig im Gesicht blitzartig einschießende, heftig stechende, brennende Schmerzen ("stromstoßartige Schmerzen"). Die Trigeminusneuralgie tritt bei Frauen etwas häufiger auf. Das Erkrankungsalter liegt meist bei über 40 Jahren.

Häufigkeit und Dauer
episodisches Auftreten mit Perioden ohne Beschwerden, spontaner Schmerz, wenige Sekunden bis zu 2 Minuten andauernd
Zeitpunkt
tagsüber
Auslöser
Kauen, Schlucken, Berührung, Zähne putzen, Rasieren, Rauchen
Begleitsymptome
Sprechunfähigkeit, Gewichtsverlust
Behandlung
Antiepileptika (Mittel gegen Krampfanfälle),
z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Oxcarbazepin, Gabapentin, in Einzelfällen neuro-chirurgische Maßnahmen

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06 Gesichtsneuralgie

Schmerzen, die sich bestimmten Nerven zuordnen lassen, werden als Neuralgie bezeichnet. Bei der Gesichtsneuralgie können verschiedene Kopfnerven betroffen sein (siehe auch Trigeminusneuralgie). Zum Beispiel Schmerzen im Bereich des Zungengrunds, in der Mandelgegend und der Ohrregion. Bei der atypischen Gesichtsneuralgie lässt sich der Schmerz keinen bestimmten Nerven zuordnen.

Schmerzlokalisation und Charakteristik
Anfänglich oft einseitig im Wangenbereich auftretende Schmerzen, die im späteren Verlauf auch die Seite wechseln oder beidseitig auftreten können, dumpf-drückend, manchmal auch brennend, schlecht lokalisierbar, von mittlerer Intensität, vorwiegend im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, Frauen sind deutlich häufiger betroffen.

Häufigkeit und Dauer
meist dauerhaft, Schmerzen können sich aber auch anfallsartig verstärken
Zeitpunkt
ganztags
Auslöser
unbekannt
Begleitsymptome
Angst, Niedergeschlagenheit, Depression, Schlafstörungen
Behandlung
Paracetamol (z. B. vivimed® N gegen Fieber und Kopfschmerzen), Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS), Antidepressiva

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07 Grippekopfschmerz

Kopfschmerzen als Begleiterscheinung einer Erkältung oder eines grippalen Infekts.

Schmerzlokalisation und Charakteristik
Meist Schmerzen im gesamten Kopfbereich, drückend, pochend, leicht bis mäßig stark

Häufigkeit und Dauer
während der Erkrankung
Zeitpunkt
tagsüber, nachts
Auslöser
Erkältung, grippaler Infekt
Begleitsymptome
Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten
Behandlung
Paracetamol (z. B. vivimed® N gegen Fieber und Kopfschmerzen), Acetylsalicylsäure (ASS)

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08 Alkoholkopfschmerz

Kopfschmerzen nach übermäßigem Alkohol- oder Nikotingenuss

Schmerzlokalisation und Charakteristik
Meist Schmerzen im gesamten Kopfbereich, dumpf-drückend oder auch pochend, an- und abschwellend, verstärken sich bei körperlicher Anstrengung.

Häufigkeit und Dauer
am Tag nach übermäßigem Alkohol- oder Nikotinkonsum,
mehrere Stunden anhaltend
Zeitpunkt
morgens nach dem Aufstehen
Auslöser
nach intensivem Alkohol- oder Zigarettengenuss,
bei empfindlichen Personen auch schon nach mäßigem Rotweingenuss
Begleitsymptome
Übelkeit, Schweißausbruch
Behandlung
Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol (z. B. vivimed® N gegen Fieber und Kopfschmerzen)

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Cluster-Kopfschmerz



Kopfschmerzen durch Medikamente



Arteriitis temporalis



Trigeminusneuralgie



Atypische Gesichtsneuralgie



Grippekopfschmerz



Alkohol- und Nikotinkopfschmerz



 

 
   
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