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Besondere Bedeutung kommt dabei folgenden Heilpflanzen zu:
Baldrian (Valeriana officinalis)
Hopfen (Humulus lupulus)
Passionsblume (Passiflora incarnata)
Da sich die Heilpflanzen in der Wirkweise und –dauer unterscheiden, erreicht die Kombination oft eine bessere Wirkung und längere Wirksamkeit als es die einzelnen Heilpflanzen allein vermögen.
Allen pflanzliche Beruhigungs- und Einschlafmitteln ist gemein, dass sie erst nach längerer Einnahme wirken und eine schwächere Wirkung haben als synthetische Schlafmittel. Sie haben im Allgemeinen keine Nebenwirkungen und können über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, ohne dass sich eine Medikamentenabhängigkeit entwickelt.
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Die bekannteste Heilpflanze bei Nervosität und Einschlafstörungen ist Baldrian. Schon seit Jahrhunderten ist der aus der Wurzel gewonnene Extrakt für seine beruhigende Wirkung bekannt. Die lateinische Bezeichnung Valeriana wird von "Valeo - ich befinde mich wohl" hergeleitet. Getrocknete Baldrianwurzel hat einen sehr charakteristischen Geruch, den Menschen eher abstoßend finden. Katzen allerdings fühlen sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Das zeigt sich auch im volkstümlichen Namen des Baldrians: Katzenkraut. Wegen des strengen Geruchs sollten Baldrian-haltige Arzneimittel immer einen speziellen Überzug haben.
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Baldrian ist nicht gleich Baldrian. Die Gattung Valeriana L. umfasst mehr als 250 Arten. Unter phytotherapeutischen Aspekten interessiert die Art Valeriana officinalis L, von der nur die unterirdischen Teile (Wurzelstock, Wurzeln und deren Ausläufer) zur Anwendung kommen. Da das Sammeln wilder Wurzelteile zum Verlust der Pflanze führt, wird Baldrian heute kontrolliert angebaut.
Die Inhaltsstoffe des Baldrians haben sowohl eine beruhigende als auch eine schlafanregende Wirkung. Niedrig dosiert helfen sie bei Tagesnervosität und innerer Unruhe. Hoch dosiert ist Baldrian bei Einschlafstörungen angezeigt. Die gleichzeitig krampflösenden Eigenschaften werden in der Behandlung von krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich verwendet.
Baldrian verbreitet schnell seine beruhigende und entspannende Wirkung. Eine Kombination mit anderen pflanzlichen Beruhigungsmitteln, wie Hopfen oder Passionsblume, ist sinnvoll.
Arzneilich verwendet werden die Wurzel des Baldrians als Tee, Tinkturen oder Dragees und Kapseln mit Trockenextrakten.
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In der modernen Schlafmedizin spielt der Hopfen (Humulus lupulus) eine zunehmende Rolle.
Kultiviert wurde der Hopfen hauptsächlich für die Bierherstellung. Hopfendolden wurden schon im Mittelalter in Kopfkissen gefüllt und so zur Schlafförderung eingesetzt. In Kräuterbüchern des 17. Jahrhunderts finden sich Hinweise, dass Hopfendolden abgekocht zur Beruhigung verwendet wurden.
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Hopfen ist eine krautige Pflanze, die bis zu 12 m lange Triebe bildet. Verwendet werden ausschließlich die Hopfenzapfen (Lupuli strobulus), das heißt die weiblichen Blüten. An den Hopfenzapfen sitzen die besonders inhaltsstoffreichen goldgelb glänzenden Drüsenhaare, die so genannten Hopfendrüsen (Lupuli glandula).
Zur Herstellung von Arzneimitteln werden nur die ganzen, getrockneten weiblichen Blütenstände verwendet. Hopfenzapfen enthalten hauptsächlich Bitterstoffe, Flavonoide und ätherisches Öl. Diese werden für die beruhigende, schlaf- und verdauungsfördernde Wirkung verantwortlich gemacht.
Im Vergleich zum Baldrian tritt die Wirkung von Hopfen verzögert ein, hält dafür jedoch länger an. Hopfen wird deshalb immer in Kombination mit Baldrian eingesetzt.
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Die Passionsblume wurde 1569 von dem spanischen Arzt Monardes entdeckt. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts ist sie auch in Europa bekannt und wurde bei Konzentrationsstörungen und Tagesnervosität verwendet. Der Name Passionsblume resultiert aus dem Aufbau der Blüten. Die drei Narben sollen die Nägel darstellen, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Der Fadenkranz stellt die Dornenkrone dar, die fünf Staubblätter die Wundmale.
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Die Passionsblume kommt in mehr als 400 verschiedenen Arten vor. Ihre Heimat sind die Tropen und Subtropen, bevorzugt das südliche Amerika. Die kletternde Staude kann bis zu mehreren Metern hoch werden und wird auch wegen ihrer aromatischen Früchte geschätzt.
Zur Herstellung von Arzneimitteln werden die blühenden Triebe von Passiflora incarnata geerntet und getrocknet. Passionsblumenkraut enthält bestimmte Wirkstoffe, die im Zusammenspiel krampflösend und beruhigend wirken. Die Passionsblume wird bei nervösen Unruhe- und Angstzuständen eingesetzt.
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